Freitag, 17. Juni 2016 Markus Witt
VAfK-Pressemitteilung

Internationaler Vatertag *: Mehr Familie für Väter

79% der Väter wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie **

Altersarmut und Lohnunterschiede bei Frauen werden bemängelt – als Ungleichbehandlung von Frauen. Die Ursache liegt überwiegen in der Verantwortungsübernahme für die Familie – daher lasst die Väter ran!

Zum Internationalen Vatertag*) am 19.06.2016 fordert der gemeinnützige Verein Väteraufbruch für Kinder e.V. (VAfK) dazu auf, dass sich Väter stärker in die Familien einbringen. „Die familiären Lasten liegen oftmals noch überwiegend bei den Müttern, welche dann aufgrund der Auszeiten oder Teilzeit für Kinderbetreuung dann im Alter oftmals mit Renteneinbußen***) zu kämpfen haben – besonders nach einer Trennung, wenn der Partner, welcher Vollzeit arbeitete, nicht mehr da ist. Hier sind die Väter gefordert, sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe mit den Müttern der familiären Verantwortung zu stellen“ meint Markus Witt, Mitglied des Bundesvorstandes des VAfK.

Gleichberechtigung funktioniert nur gemeinsam und das am Besten von Anfang an. So können beide Eltern sich gleichermaßen Beruf und Familie widmen. „Väter von heute sind nicht mehr nur die alleinigen Familienernährer, die nur selten zu Hause sind. Sie kümmern sich einfühlsam und zugewandt um ihre Kinder, übernehmen Hausarbeit und trösten ihre Kinder bei Krankheit. Väter wollen heute in der Familie auf Augenhöhe mit den Müttern gesehen werden – davon sind wir gesellschaftlich noch ein gutes Stück entfernt. Gerade nach einer Trennung werden Väter aufgrund der gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen noch all zu oft in eine Rolle gedrängt, die nicht zu ihnen passt – die Rolle des Zahl- und Wochenendvaters“ meint Witt weiter. Müttern geht es nicht besser – als Alleinerziehende sind sie einem hohen Armuts- und Überlastungsrisiko ausgesetzt.

Die Lösung für beide: den Vätern mehr Familie, den Müttern mehr Karriere. Und das wichtigste dabei: den Kindern auch viel Zeit mit Mama und Papa. Hier sind vor allem die Arbeitgeber gefordert, moderne und flexible Arbeitszeitkonzepte anzubieten und auch Vätern eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit zu ermöglichen. Hieran scheitert oftmals der Wunsch von Vätern nach mehr familiären Engagement. „Vielleicht brauchen wir ja eine Väterquote für die Betreuung der Kinder“ meint Witt nicht ganz ernst gemeint mit Blick auf die Quotendiskussionen in Deutschland und hofft, dass die bisher zu wenig beachtete Rolle der Väter in der Familie nicht nur am internationalen Vatertag mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt wird.

 

*)  Der Internationale Vatertag wird z.B. in den USA, Großbritannien, Frankreich, Ungarn und den Niederlanden jedes Jahr am 3. Sonntag im Juni gefeiert. In Deutschland gibt es bisher keinen eigenen Tag für Väter (Christi Himmelfahrt ist ein christlicher Feiertag ohne ursprünglichen Bezug zu Vätern)

**)  Dossier Väter und Familie – erste Bilanz einer neuen Dynamik. Prognos AG, herausgegeben durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jungen

***)  weitere Informationen siehe www.equalpensionday.de